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Musterbrief

Der Musterbrief informiert einmal pro Monat über die Neuigkeiten in der Ausstellung der SBCZ. Er enthält Informationen zu Entwicklung, Herstellung und den Materialeigenschaften sowie zur Geschichte eines Produkts und der Firma dahinter. Das Anmeldefenster für den Musterbrief befindet sich unten auf dieser Seite.

 

MUSTERBRIEF JULI

Neu in der Sammlung: Glasfaser-Wandbeläge

 

Capaver von Caparol 

Mit dem Capaver-System zeigt Caparol in der SBCZ Materialsammlung die Gestaltungsmöglichkeiten von Wandoberflächen mit Glasgeweben und Vliesen. In gewissen Nutzungsbereichen werden Wände stark beansprucht, was mit herkömmlichen Tapeten oder Putzen kurze Renovierungsintervalle mit sich bringen würde. Das Glasgewebe verstärkt die Wände und schützt vor Scheuern und Stössen. Durch seine Armierungswirkung und die hohe Kraftaufnahmefähigkeit werden bestehende Risse überbrückt und der Entstehung neuer Risse vorgebeugt. Selbst in Operationssälen und anderen Bereichen mit höchsten hygienischen Anforderungen kann Glasgewebe eigesetzt werden. Wandbeläge von Caparol gibt es in zwei Versionen: Glasgewebe und Glasvliese.


Glasgewebe in verschiedenen Webarten und mit unterschiedlichen Dicken des Schussgarns in der SBCZ Sammlung. 

Glasgewebe
Die Glasgewebe zeichnen sich durch ihre klassische Webstruktur aus waagrechten Schuss- und senkrechten Kettfäden aus. Diese Struktur kann von grob bis sehr fein variieren, ist aber immer wahrnehmbar und bestimmt den optischen Grundcharakter eines Gewebes. Die Capaver Glasgewebe unterscheiden sich in Design- und technische Gewebe. Technische Gewebe gibt es in vielen attraktiven Strukturen. Sie bieten neben der individuellen Gestaltung von Oberflächen hohe Nassfestigkeit, schnelle, wirtschaftliche Verarbeitung durch Vorbeschichtung und / oder wasseraktivierbare Klebstoffrückseiten.

 


Glasgewebe und Glasvliestapete, DAW dekorative Wandoberflächen in der SBCZ Materialsammlung

Glasvliese
Die Oberflächenstruktur von Glasvliesen weisen eine feine, regelmässige und ungerichtete Texturierung auf. Das spezielle Armierungs-Glasvlies kann zur Glättung rauer Flächen und Überbrückung von Schwund- und Trocknungsrissen eingesetzt werden. Die Produktereihe FantasticFleece bietet spezielle Glasvliese für farbige Lasur- und Effektbeschichtungen und mit glatten Oberflächen in zweifarbiger Optik.

 


Garnrollen Kettbaum, Bild: Vitrulan Textile Glass GmbH

Produktion
Glasgarne, der Grundstoff der Tapeten, entstehen, indem geschmolzenes Glas durch feine Düsen gezogen und schliesslich versponnen wird. Auf grossen Webstühlen werden diese Garne dann zu einem Stoff verwebt. Durch spezielle Webtechniken und Variation des Schussgarns können auch wiederkehrende Muster eingearbeitet werden. Die Appretur ist eine spezielle Beschichtung (chemische Verfestigung), die tief in das Gewebe einzieht und nach der Trocknung für die notwendige Festigkeit der Tapeten sorgt. Nach Trocknung und Zuschnitt können die extrem strapazierfähigen Glasfasertapeten verarbeitet werden.

 


Webstuhl, Bild: Vitrulan Textile Glass GmbH

Geschichte der Glasfaser
Der Ursprung der Glasfaser liegt beim sogenannten Feen- oder Engelshaar, hergestellt im 18. Jahrhundert von Glasbläsern aus dem Thüringer Wald. Erst nur als Dekorationsmittel genutzt, wurden die Möglichkeiten der Fasern nach Gründung einer Glasfabrik 1896 im thüringischen Haselbach nach und nach entdeckt. Dort wurden erstmals spinnbare Glasfäden mit genau definiertem Durchmesser als «Rollenware» hergestellt. Dieses Verfahren wurde in den 30er Jahren als Stabtrommelabziehverfahren zum Patent angemeldet.
Obwohl die Geschichte der Tapete in Europa bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht und neben Papier auch unzählige andere Materialien verwendet wurden, nehmen Glasfasern seit ihrer Einführung in den 1960er Jahren eine Sonderstellung ein. Und das sowohl unter technischen wie auch unter gestalterischen Gesichtspunkten. Glasfaser-Beläge sind belastbar, armieren Risse, sind feuerfest, ökologisch, atmungsaktiv, hygienisch und wirtschaftlich.

 


Glasfasertapete im Spitalbereich, Birli Architekten, St. Rochus-Krankenhaus in Dieburg, Deutschland

Ursprünge der Tapete

Als Dekoration für den Hochadel hat die Tapete ihren Ursprung im Orient. Bevor man günstige Papiertapeten benutzte, schmückten die Monarchen ihre Wände vor allem mit grossen Wandteppichen. Da diese überaus teuer waren, nahmen die französischen Adligen des 15. Jahrhunderts ihre wertvollen Gobelins bei Reisen von Schloss zu Schloss mit. Im 14. Jahrhundert kamen in Italien erstmals Wandbehänge aus Stoff auf. Nach deren grossem Erfolg, begann in England und Frankreich die Herstellung einheimischer Papiertapeten, so dass bereits 1586 erste Papiertapetenmacher bekannt wurden.

 


Gobelinbehang zirka 16. Jahrhundert: Gobelin-Tapisserie-Fabrik in Paris

Industrielle Produktion für das Bürgertum
Da sich im 18. Jahrhundert Papier nicht wie Stoff in meterlangen Bahnen herstellen liess und beim Zusammenkleben immer wieder Falten schlug, war ein gleichmässiges Bedrucken mittels Kupferwalzen unmöglich. Erfolgreicher war da die Methode, Papierbahnen mit Holzmodeln zu bedrucken. 1799 patentierte der französische Papiermacher Nicholas-Louis Robert eine «Maschine um Papier von einer sehr grossen Ausdehnung zu machen». Diese endlosen Papierrollen wurden schliesslich in der Tapetenherstellung übernommen und ab den 1830er Jahren für die Wohn- und Schlafräume des bürgerlichen Biedermeier unentbehrlich. Trotz dieser nun industriellen und damit preiswerten Herstellung blieben Tapeten in Europa bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ein luxuriöses Produkt. Weniger wohlhabende Bürger liessen ihre Wohnräume mit direkt auf die Wände aufgebrachten Anstrichen verschönern um dann mit Hilfe von Schablonen oder Gummiwalzen aufgebrachte Ornamente das Aussehen von Tapeten zu imitieren.

Caparol, DAW Schweiz
1889 wurde die DAW, «Deutsche Amphibolin-Werke» von Eduard Murjahn in Ober-Ramstadt, südöstlich von Darmstadt in Deutschland, gegründet und wird als Familienunternehmen mittlerweile in der fünften Generation geführt. 
Die DAW Schweiz AG ist mit ihren Marken Caparol, Disbon und Histolith ein Anbieter von Produkten und Dienstleistungen und aktuell mit 19 Verkaufsstellen in der ganzen Schweiz vertreten.

 

letzte Änderung: 15.07.2019