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Musterbrief

Der Musterbrief informiert einmal pro Monat über die Neuigkeiten in der Ausstellung der SBCZ. Er enthält Informationen zu Entwicklung, Herstellung und den Materialeigenschaften sowie zur Geschichte eines Produkts und der Firma dahinter. Das Anmeldefenster für den Musterbrief befindet sich unten auf dieser Seite.

 

Musterbrief
Dezember 2018
 

Neu in der Sammlung:
Kokos- und Sisalteppiche von Terr’Arte, Siltex AG

Neue Webseite:
baumuster.ch

KONZEPT:
«LC ZH – Pavillon Le Corbusier»
13. Dezember, 18:00–22:00 Uhr

Rückblende November

 

Kokos- und Sisalteppiche

Die Naturfasern Kokos und Sisal weisen beide sehr robuste Eigenschaften auf. Sie sind sowohl strapazierfähig wie auch beständig gegen Feuchtigkeit und Fäulnis. Die Firma Terr'Arte bietet eine grosse Vielfalt an Teppichen aus den beiden Fasern an. Neu sind diese Teppiche in der SBCZ Materialsammlung zu finden. 

 


Sisal- und Kokosteppiche von Terr'Arte neu in der SBCZ Materialsammlung
 

Herstellung von Kokosgarn
Um die Kokosnuss befindet sich ein mehrere Zentimeter dickes Faserpolster (Mesocarp), welches die Frucht vor Witterungseinflüssen schützt. Um dieses Kokosgarn zu gewinnen, werden Kokosschalen aufgerissenen und zu schwimmenden Inseln zusammengebunden. Anschliessend werden die mit Palmblätter bedeckten Inseln mit Erde bedeckt und so unter Wasser gedrückt. Danach werden sie wie ein Floss ins offene Gewässer gezogen und dort fixiert. Das Wasser sorgt dafür, dass die meisten Bestandteile der Faserhülle verrotten und nur die Kokosfasern übrig bleiben.
Dieser «Röstvorgang» dauert ungefähr 8-10 Monate. Hierbei verändert sich auch die Farbe der Kokosfaser zu einem goldgelben Farbton.

 


Kokosinseln zur Extraktion der Kokosfasern
 

Nach diesem Verrottungsvorgang werden die Fasern in Handarbeit oder auch maschinell durch klopfen gelöst und voneinander getrennt. Noch feucht werden sie nach Farbe und Feinheit sortiert. Nach dem Trocknen werden die Fasern zu Garn versponnen und zu weiteren Produkten verarbeitet. Die 15-30 cm langen Fasern sind hohl und elastisch.


Herstellung von Sisalgarn

Sisalfasern gehören wie die Kokosfasern zu den Hartfasern und werden von den Blättern der Sisal Agave (Agave Sisalana) gewonnen. Sisalfasern sind eine der weltweit wichtigsten Naturfasern und werden zu Tauen, Seilen Garnen, Teppichen und zahlreichen weiteren Produkten verarbeitet. Die anspruchslose Pflanze bildet jährlich 15 bis 20 sichelförmige, lange Blätter, die nach zwei bis vier Jahren geschnitten werden. Qualitativ hochwertige Fasern werden in Madagaskar, Kenia und Tansania angebaut. Die Ernte der Blätter erfolgt von Hand. Zur Trennung der Fasern vom Blattgewebe werden heute Maschinen eingesetzt. Da die einzelnen Faserzellen zu dick und kurz sind, um versponnen zu werden, verarbeitet man die Sisalfaser in Bündeln. Die Faserbündel werden gewaschen und getrocknet und anschliessend zu Garn versponnen.
 


Sisalfasern und die Agaven im Hintergrund

 

Teppich

Die Sisalfaser hat im Rohzustand eine fast weisse Farbe. Durch Einfärbungen oder in Kombination mit andern Fasern kann eine breite Palette von Oberflächen hergestellt werden. Die Sisalfasern sind mit ca. 70-100 cm wesentlich länger als Kokosfasern. Sie lassen sich durch ihre Länge sehr gut maschinell verspinnen und man erzielt damit eine hohe Reissfestigkeit. Kokosteppiche enthalten daher oft auch einen Anteil Sisal. Sowohl Kokos als auch Sisalfasern sind hygroskopisch. Je nach Raumfeuchtigkeit kann sich die Faser dehnen oder zusammenziehen. Die Terr'Arte AG bietet die Teppiche in Form von Bahnen oder Fliesen als ganzflächigen Bodenbelag oder als Teppich in gewünschter Form, mit einer grossen Auswahl an Bordüren oder anderen Randabschlüssen an.


Randabschluss eines Sisalteppichs mit Bordüre

Terr'Arte AG

Die Terr'Arte AG entstand aus der Bordüren-Abteilung von Möbel Pfister. 2001 übernahm die Siltex AG diese Aktivitäten unter der Firma Terr'Arte. Im Jahre 2002 wurde die Terr'Arte AG zusammen mit der Siltex AG und der Naturo Kork AG unter einem Dach konzentriert. 

 

 

 

letzte Änderung: 10.12.2018